Robert Reszner

erdzeitverzoegerung

fotos/photos: wolfgang sohm

der erdzeitverzögerer / the terrestrial time decelerator

edelstahl / stainless steel

 

in dieser arbeit beschreibt robert reszner den umgang und vorgang von serieller produktion und kompostgewinnung

anhand eines von ihm entwickelten möglichen multiples. dieses multiple hat werkzeugcharakter und entspricht den

fertigkompostierern, wie sie in baumärkten und gartenbauketten angeboten werden.
das eigentliche geschehen umgibt das objekt bzw. durchläuft es. zur befüllung werden stahlplatten in dafür vorgesehene

führungen gesetzt, um eine selbstständige stabilisierung des an sich losen materials zu erreichen. mit dem ende der

befüllung werden diese platten entfernt, was eine beschleunigte verwitterung ermöglicht und auch mit dem verfallsprozess

ein selbstständiges verlassen von humus aus dem gitterkäfig ermöglicht. der sinn scheint simpel, der zerfall löst diesen

sinn auf. was bleibt, ist der in der natur befindliche vorgang, der aufgehalten von dem artefakt, also mit einer

“erdzeitverzögerung” die skulptur durchläuft.
reszner beschreibt dabei zwei geschwindigkeiten, die in einer temporär stabilisierenden form zusammmen kommen.

der zyklus der natur im lauf der jahreszeiten, der mit seinem werden und vergehen auch in der kompostierung zu nutzen

geführt wird, sowie eine sich diesem vorgang anpassende technoide struktur, die als gebilde durchblick erlaubt als auch

verschließen kann, letztlich aber als ein blickfang unsere betrachtung hält, die sonst dem naturgeschehen geltend,

in einem stahlgefäss eine vorstellung seiner nutzung erhält.

text: wolfgang sohm

 

in this work, robert reszner describes the handling and the procedure of the serial production and com-
post extraction on the basis of one of the possible multiples he has developed. this multiple is a tool in its
character and corresponds to the ready composters as offered in home-improvement markets and horti-
cultural store chains.
the actual event surrounds or rather flows through the object. steel plates placed in the designated tracks
help achieve an independent stabilization of the physically loose material. concluding the filling the plates
are removed to enable the accelerated decomposition and also the autonomous leaving of the humus out
of the grated cage accompanying the decay.
the rule seems simple, the decomposition dissolves this rule. what stays is the process taking place in the
nature, that arrested by the artifact, that is with a “terrestrial time deceleration“ passes through the sculp-
ture.
reszner describes at that two speeds that come together in a temporarily stabilized form. the natural cycle
following the course of the seasons, whose coming and passing is also used in the compost extraction, just
as a technoid structure adapting itself to this process, which as a construct allows perspective but can also
close it, ultimately however attracts our view as an eye catcher, which otherwise according to the natural
process receives in a steel container a vision of its usage.

text: wolfgang sohm